Leitlinien Altenpastoral

Leitlinien zur Altenpastoral im Erzbistum Köln

basierend auf der Grundlage des biblischen Leitbildes "Leben in Fülle" (Joh 10,10)

Das Alter als eine eigene, viele Jahre andauernde Lebensphase stellt eine historisch neue Situation dar, die es bislang so nicht gegeben hat. Daher war das Alter für die theologische Tradition bislang verständlicherweise kaum ein Thema. Insofern ist bei der Recherche nach theologischen Deutungen des Alters festzustellen, dass es eine „Theologie des Alters“ derzeit nicht gibt.

Auch aus der Bibel lassen sich keine eindeutigen Leitbilder zur Gestaltung des Alters ableiten. Dort finden sich vielmehr unterschiedliche Weisen, alt zu werden.

Die Bibel kennt das Ideal, „alt und lebenssatt“ zu sterben. Daneben gibt es aber auch den vom Leben geschlagenen Hiob oder Ps 88, der nur Klage kennt und der ohne jede Hoffnung endet.

Die folgende Perspektive betrachtet die Lebenssituation alter Menschen, ihre Aufgaben und Herausforderungen, Chancen und Grenzen. Auf diesem Hintergrund fragt sie nach biblisch-theologischen Stützen und Hinweisen zum Umgang mit den Herausforderungen des Alters.

1. Leben im Alter wahrnehmen
1.1 Realitäten

Der demografische Wandel und die kontinuierlich steigende Lebenserwartung führen zu einer deutlichen Veränderung und zu neuen Herausforderungen für unsere Gesellschaft, die auch mit dem „Dreifachen Alter“ beschrieben wird: die Zahl älterer Menschen steigt, der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung vergrößert sich und der Anteil der Hochaltrigen nimmt zu. Betrachtet man die große Gruppe der alten Menschen genauer, fällt auf, dass die einzelnen unter verschiedenen zeitgeschichtlichen Bedingungen aufgewachsen sind, unterschiedliche Lebenserfahrungen und Lebensstile mitbringen und in unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und sozialen Räumen beheimatet sind. Dadurch sind die individuellen Unterschiede zwischen den einzelnen älteren Menschen sehr groß. Das bedeutet, dass es das Alter und die Alten nicht gibt. Leben im Alter stellt sich sehr differenziert und vielfältig dar.
Altenpastoral ist herausgefordert, diese Wirklichkeit wahrzunehmen und zu reflektieren, um entsprechende Handlungsperspektiven zu eröffnen. Sie nimmt die Menschen mit ihren Selbstdeutungen ernst und ist aufmerksam für ihre vielgestaltigen Erfahrungen.
Altenpastoral nimmt die Fülle des Lebens in den Blick, mit ihren Höhen und Tiefen, ihren Krisenzeiten und den Zeiten des Glücks, mit ihrer Spannung von Allein- und Gemeinschaftsleben. Sie lädt ein, in allen Facetten gelebten Lebens Ausschau zu halten nach der biblischen Zusage eines „Lebens in Fülle“.

1.2 Ressourcen und Grenzen

Altenpastoral vollzieht sich in der Grundhaltung, dass alternde Menschen über individuelle Ressourcen und Erfahrungen verfügen, die es zu entdecken und zu fördern gilt. Eine weitere Orientierung für die Altenpastoral sind die Grenzen und Verluste, die das Leben älterer Menschen prägen und die vor allem bei Hilfs- und Pflegebedürftigkeit deutlich werden.

1.3 Bilder vom Alter

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Altern wird durch historisch und kulturell geprägte gesellschaftliche Altersbilder beeinflusst. Aufgabe der Altenpastoral ist die Entwickelung und Korrektur von Bildern des Alters und des Alterns aus der Perspektive des christlichen Menschenbildes. Gegen jegliche Wertbestimmung menschlicher Existenz aus Zweck- und Nützlichkeitsdenken betont der christliche Glaube die Würde, Personalität und Gottes Ebenbildlichkeit des Menschen: Leben ist ein ungeschuldetes Geschenk, das in Freiheit individuell und gemeinschaftlich zu gestalten ist. Maßstäbe für das christliche Menschenbild sind die biblischen Aussagen zum Menschsein und die Person Jesu. Sie gelten gleichermaßen für Junge und Alte, gewinnen aber im ausdrücklichen Bezug auf das Leben im Alter an Schärfe.

1.4 Herausforderungen des Alters

Vom Abschluss der Familienphase oder des Berufslebens bis zum Lebensende stellen sich dem älter werdenden Menschen noch vielfältige Herausforderungen, wie z. B. das Entdecken und Gestalten der so oft genannten „neuen Freiheit“, der Umgang mit Zeit und Zeitlichkeit, der Umgang mit Anzeichen des körperlichen Alterns und dem Auftreten von physischen und psychischen Krankheiten, die Gestaltung der sozialen Beziehungen, die Auseinandersetzung mit Verlusten, Abschieden und dem Tod. Altenpastoral begleitet die Menschen in diesem Prozess des individuellen Älterwerdens und schafft die Voraussetzungen dafür, dass sie hierin im Raum der Kirche Beheimatung finden können. Darüber hinaus setzt sich Altenpastoral für geeignete gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen eines gelingenden und menschenwürdigen Lebens bis zum Tod ein. Sie erhebt ihre Stimme beispielsweise gegen Altersdiskriminierung, für Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten älterer Menschen, für Generationengerechtigkeit sowie für eine menschenwürdige Pflege.

2. Leben im Alter aus dem Glauben deuten
2.1 Glauben als lebenslanger Prozess

Das pastorale Wirken der Kirche folgt dem Auftrag Jesu, allen Menschen die Zuwendung Gottes aufzuzeigen und ihnen zu helfen, sie anzunehmen. Alte Menschen erleben in der Regel einen Wandel ihrer Lebensgestalt. Die Veränderungen der körperlichen und geistigen Kräfte werden wahrgenommen und gedeutet. Die unterschiedlichen Deutungen können Enttäuschung, Resignation, Verbitterung auf der einen, Gelassenheit, Bescheidenheit, Zuversicht auf der anderen Seite ergeben. Damit verbunden erleben alte Menschen oft auch einen Wandel ihrer Glaubensgestalt. Ihr Gottesbild, ihre Kirchentreue, ihre religiöse Praxis verändern sich, werden schwächer oder intensiver, verflüchtigen oder verhärten sich. Altenpastoral will das Vertrauen stärken, dass bei allen Veränderungen das grundsätzliche Angenommen-Sein durch Gott unverbrüchlich gilt. Altenpastoral entwickelt praktische Wege, dieses Angenommen-Sein (neu) zu erfahren. Dabei hat sie Interesse an den Erfahrungen der Älteren, ohne ihr Leben und ihren Glauben zu bewerten.

2.2 In Beziehung leben

Altenpastoral ist Beziehungsgeschehen. Menschen verlieren im Alter bisweilen die Fähigkeit, neue Beziehungen aufzubauen. In der Kirche als Gemeinschaft des Volkes Gottes können alte Menschen erfahren, dass ihr eigener sich wandelnder Glaube gestützt wird durch den Glauben der Anderen, der Jüngeren und der Älteren. Alte Menschen sollen erleben, dass sie in der Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgehoben sind. Sie sollen nachdrücklich erfahren, dass ihr Leben und ihr Glaube wichtig sind für die Anderen: Dann entdecken sie, dass sie sowohl Gebende als auch Nehmende sind und erleben, dass sie gefragt sind als Wissende, die von ihren Lebens und Glaubenserfahrungen erzählen können. Dann können gegenseitige Annahme und Wertschätzung wachsen, erfahren werden und als Mitgehen und heilsame Nähe Gottes gedeutet werden. Dann sind ältere Menschen Subjekte der Pastoral.

2.3 Sinn und Recht des Lebens im Alter

Altenpastoral ist Begleitung bei der Suche nach Sinn angesichts schwindender Lebenskräfte und enger werdender Grenzen, aber auch angesichts neuer Möglichkeiten, anderer Schwerpunkte, tieferer Einsichten. Sie setzt sich für die Rechte alternder Menschen ein und betont den Wert eines jeden Lebens, das jenseits von Konsum und Produktivität im einfachen Dasein vor Gott eine verdichtete Form findet. Das Recht auf Leben gilt auch und gerade im Alter. Auch alte Menschen haben ein Recht „einfach da zu sein.“

Leben ist auf Vollendung hin angelegt, bleibt aber aufgrund der irdischen Begrenztheit immer fragmentarisch. Die von Jesus zugesagte „Fülle des Lebens“ (Joh 10,10) bedeutet nicht, alle Möglichkeiten zu verwirklichen. Auch für sich selbst hat Jesus nicht alle Lebensmöglichkeiten realisiert. Er hatte kein Zuhause und keine eigene Familie. Damit blieb vordergründig ein Grundaxiom menschlicher Existenz, das Bedürfnis nach Heimat, unerfüllt. Fülle des Lebens kann eben auch heißen: alles, was Leben ausmacht, Freude und Schmerz, Genuss und Verzicht, das Süße und das Bittere, anzunehmen und durchzuschmecken.

Das Nebeneinander von Gegensätzlichem und Widersprüchen, von Sinn und Sinnlosigkeit, kann im Alter als besonders schmerzlich und belastend empfunden werden. Auch darin Sinn zu finden und die Zuversicht zu schöpfen, dass Gott die Vollendung, die er verheißen hat, wirklich schenken wird, bleibt im Angesicht des Todes eine Lebensaufgabe.

2.4 Lebenssattheit und Ernte

Die Gestaltung des Alters erfordert nicht nur einen bewussten Umgang mit der Zeitlichkeit, sondern auch einen wertschätzenden Blick auf die Fülle der vergangenen Lebensjahre. Altenpastoral kann den Blick alter Menschen behutsam und mit Respekt vor ihrem eigenen Deutungsansatz auf den Ertrag ihres Lebens lenken. Sie kann den Menschen helfen bei der Suche nach großen Stücken oder kleinen Restmengen von Gutem und Erfreulichem, von Gelungenem und Befreiendem. Im Blick auf die Jahre gelebten Lebens darf und kann sich Dankbarkeit für das Gelungene und Empfangene ausbreiten, ein Gefühl der Lebenssattheit, der Heiterkeit und Gelassenheit. Auch wenn nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, alle Träume gelebt, alle Dinge besessen wurden, darf von einem gelungenen Leben gesprochen werden Es steht an, die Lebensernte einzufahren und mit Demut und Freude zurückzuschauen. So kann das in der Vergangenheit Geschaute zur Quelle werden für das Gegenwärtige und das Zukünftige.

2.5 Mangel und Versagen

Altenpastoral kann auch helfen, den sich aufdrängenden Blick auf die Fragmente und Brüche des Lebens auszuhalten und die eigene Begrenztheit anzunehmen. Versagen und persönliche Schuld, Misserfolge und Fehlentscheidungen, vertane Chancen, vergebliche Hoffnungen, geplatzte Träume, alles, was mit zunehmendem Alter bedrücken und belasten kann, darf mit den gütigen Augen Gottes angesehen und seinem Erbarmen übergeben werden. Pastoral der Kirche hat zum Ziel, die heilende Nähe Gottes erfahrbar zu machen und alten Menschen nach den Höhen und Tiefen ihres Lebens zu ermöglichen, sich mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit Gott zu versöhnen.

2.6 Abschiede gestalten

Das Alter bringt die Notwendigkeit mit sich, sich von Manchem zu trennen, was im bisherigen Leben wichtig war, z. B. von beruflichen Positionen, familiären Aufgaben, Plänen, Beziehungen oder der Gesundheit. Die Menschen gehen auf vielfältige Art mit solchen Situationen um. Altenpastoral nimmt dies ernst und achtet solchen Ausdruck unterschiedlicher Lebensentwürfe älterer Menschen. Sie begleitet sie bei der individuellen und selbstbestimmten Gestaltung des Älterwerdens. Rückzug aus bestimmten Aufgaben und Rollen kann dabei mit neuem oder zunehmendem Engagement auf anderen Feldern einhergehen. Altenpastoral verschweigt nicht die unauflösliche Ambivalenz zwischen Leben im Hier und Jetzt und Loslassen im Zugehen auf den Tod. Die Akzeptanz der Endlichkeit des eigenen Lebens kann dazu führen, sich mit Blick auf den Tod bewusst von Dingen oder Menschen zu verabschieden und zurückzuziehen. So verstanden kann der Rückzug aus dem Leben selbst noch einmal „Tat“ und „Gestaltung“ bedeuten, nicht bloßes Erleiden des Alters. Schließlich verweist Altenpastoral auf die christliche Auferstehungshoffnung als von Gott zugesagte endgültige Zukunftsperspektive menschlichen Lebens, ganz gleich, wie lang die jeweilige Lebenszeit währt.

3. Leben im Alter aus dem Glauben gestalten
3.1 Partizipation, Selbstverantwortung, Gestaltung

Altenpastoral will Anregungen geben, sich auf die Lebensphase Alter einzulassen und diese sinnvoll zu gestalten. Der christliche Glaube fordert die Mitarbeit an der Gestaltung der Welt auch von den Älteren ein. In der Bibel wird dies in einer Reihe von „Altersgeschichten“ erzählt. Gott rechnet mit den Alten und hat mit ihnen noch Neues vor. Verheißung, Entwicklung und Segen sind auch für sie bereitet. Die Weitergabe der Tradition, von Wissen und Erfahrung durch Ältere kann als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft angesehen werden. Deshalb stellt die Altenpastoral Räume zur Verfügung, in denen sich ältere Menschen selbst bestimmt mit ihren Fähigkeiten einbringen können, bietet ihnen auf diesem Weg Möglichkeiten zur Gestaltung und Partizipation. Dabei knüpft sie bei den Erfahrungen der alten Menschen an und eröffnet Perspektiven, Kirche als Raum für Freiheit und Orientierung zu erleben.

3.2 Miteinander der Generationen

Alte Menschen leben in Resonanz zu den verschiedenen Generationen. Im gleichberechtigten Miteinander der Generationen wird eine neue Balance von Geben und Nehmen möglich und es weitet sich der Blick für den je eigenen Wert und Beitrag der verschiedenen Altersgruppen. Dort, wo sich die verschiedenen Generationen begegnen und in Gemeinschaft erfahren, wachsen eine tiefere Lebensgewissheit und ein neuer Sinn für das Eingebettetsein in der Generationenfolge. Ältere Menschen geben Zeugnis für das ganze menschliche Leben. Wie Kinder Aufbruch und Potenzialität des Lebens zeigen, so repräsentieren alte Menschen Entfaltung, Frucht und Absterben, die Vollendung des Lebenslaufs. Wer, im mittleren Lebensalter stehend, keinen Umgang mit Kindern und keinen Kontakt zu alten Menschen hat, dem fehlt Entscheidendes. Altenpastoral kann hier Räume der Begegnung schaffen und das Miteinander der Generationen fördern.

3.3 Engagement und Rückzug

Lange Zeit war vorherrschende Meinung, dass allein der sukzessive Rückzug aus sozialen Bezügen ein zufriedenes Leben im Alter möglich macht. Die gegenteilige Position geht davon aus, dass nur möglichst viel Aktivität und Engagement zu einem gelingenden Älterwerden führen. Altenpastoral erkennt an, dass sowohl Zeiten des Rückzugs als auch Zeiten des Engagements ihren Platz haben. Sie betrachtet menschliches Dasein als lebenslangen Lernprozess, in dem jedes Lebensalter seine eigenen, ihm zukommenden Aufgaben zu lösen hat. Für ältere Menschen gilt es, ihre alterseigenen Gaben und Begabungen wahrzunehmen. Sie haben die Chance, ohne jeden Leistungsdruck Neues zu entdecken und auszuprobieren und damit sich selbst und andere zu beschenken. Sie müssen nicht Leistung erbringen. Sie können „Frucht bringen“ im Sinne des biblischen Gleichnisses vom Mann, der Samen aussät, sich schlafen legt und am Morgen feststellt, dass die Saat aufgegangen ist – und er weiß nicht wie (vgl. Mk 4,26f). Rückzug von Aktivität und Geschäftigkeit im Alter ermöglicht hingegen, sich auf die Reise nach innen zu machen, den Wurzeln des eigenen Lebens nachzuspüren und Erinnerungen hochkommen zu lassen. Diese Schau auf Quelle und Fluss des Lebens darf im Vertrauen auf den barmherzigen Blick Gottes geschehen und kann dann befreiend und heilsam sein. In einem solchen Wechselspiel von Engagement und Rückzug fördert und begleitet Altenpastoral den lebenslangen Lernprozess.

3.4 Auseinandersetzung und Akzeptanz

Altenpastoral setzt sich kritisch mit den Lebensbrüchen, Ängsten und Zweifeln älterer Menschen auseinander. Sie begleitet Frauen und Männer im Alter bei der Entwicklung einer neuen Identität in der Spannung zwischen Widerstand und Akzeptanz, zwischen Verwurzelung im Hier und Jetzt und Annahme und Überschreitung der eigenen Endlichkeit an der Grenze von Leben und Tod. Hier öffnet sich ein letzter Spielraum menschlicher Freiheit. Nur das, was der Mensch annimmt, kann er gestalten und in seiner Wirkung beeinflussen. Was er nicht annimmt, lässt er über sich kommen, ohne es sich anverwandeln zu können.

3.5 Ehrlichkeit und Demut

Alt Werden ist ein Reifungsprozess. Wenn Reifen gelingen soll, müssen Merkmale des Alters wahrgenommen und anerkannt werden, wie z. B. das Schwinden der Kräfte, die zunehmende Langsamkeit oder die Anfälligkeit für Krankheiten. Es gilt, zum Alt Werden und Alt Sein zu stehen und nicht so zu tun, als gehe alles noch wie früher oder als sei alles nicht so schlimm. Sich zu dieser Haltung durchzuringen, eine gelassene, ehrliche Einstellung zum eigenen Alter zu finden, ist mühsam, oft schmerzlich, meist harte Arbeit. Es verlangt Demut, ohne Groll loslassen zu können, Verluste und Minderungen zuzugeben und Abschied zu nehmen.

In diesem Sinne ist der Mensch bis zum Lebensende herausgefordert, sich den anstehenden Entwicklungsaufgaben zu stellen. Altenpastoral ist vom Bewusstsein getragen, dass Menschen auch im hohen Alter Neues lernen, zu neuen Einstellungen gelangen und Einsichten ändern können. Dabei möchte sie nicht idealisieren oder beschönigen. Entwicklung und lebendiges Wachstum sind in allen Lebensphasen immer auch schmerzlich. Dies gilt umso mehr unter den Bedingungen des Alters, das unbestreitbar mit vielfältigen Einschränkungen und Verlusten einhergeht. Ein theologisches Verständnis des Alterns bleibt jedoch nicht dabei stehen, sieht das Alter nicht als eine „Abwärtskurve“, sondern unterstreicht, dass es eine „Aufwärtskurve“ gibt, eine Möglichkeit, zu wachsen. Unter dieser Perspektive ist dem Alter, wie Karl Rahner es formuliert, „eine große, positive Aufgabe gegenüber der Vergangenheit des Lebens ermöglicht und aufgegeben… Er (der alte Mensch) kann sich ein besseres Verständnis seines eigenen Lebens erwerben, als er es bisher getan hat. Er kann weiser und gelassener werden“. Altenpastoral ermutigt Menschen und begleitet sie dabei, die Chancen, die hierin liegen zu nutzen und sich auf diesen Weg einzulassen.


Impressum

Herausgeber:
Erzbistum Köln – Generalvikariat
Hauptabteilung Seelsorge
Abteilung Erwachsenenseelsorge
Referat Frauen- und Männerseelsorge
Bereich Altenpastoral

V.i.s.d.P.:
Msgr. Robert Kleine

Redaktion:
Birgit Altmeyer

Text:
Birgit Altmeyer, Gisela Beckmann, Petra Brenig-Klein,
Peter Bromkamp, Elisabeth Neuhaus, Rita Schmidt-Wahl,
Raymund Weber

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