Erzbistum Köln – Biografische Arbeit mit älteren Menschen – Katholisch-Soziales Institut

22. Mai 2019 Newsdesk/mac

„Referent/in für Biografiearbeit nach LebensMutig“ – so dürfen sich 15 Teilnehmer nach der einjährigen Fortbildung „Erinnern, Begegnen, Leben gestalten“ nennen. Biografisches Arbeiten mit Senioren war dabei der Schwerpunkt. Die Kursinhalte wurden in der Praxis angewendet: Mit Senioren gingen die Kursteilnehmer auf die Reise in die eigene Vergangenheit und haben so Sicherheit im Umgang mit den verschiedenen Lebensgeschichten gewonnen.

Kursinhalte mit eigenen kreativen Ideen ergänzt

Aussagen wie „Das habe ich noch nie jemandem erzählt“, und das Feedback, dass es wunderbar sei, „ dass Sie mir zuhören und ich mir das alles mal von der Seele reden kann“ belohnten die Teilnehmenden nach den Praxisprojekten.

Poesiealben, Fotobücher, Schatzkästchen und erzählte, aufgeschriebene und gemalte Lebensgeschichten waren Bestandteile der Erinnerungsarbeit mit Senioren. Liebevoll gestaltete Erinnerungsimpulse ergänzten die klassischen Werkzeuge wie Erzähl- und Spielerunden, Bild-, Foto- und Symbolkarten.

Wie unterschiedliche Stoffproben Erinnerungen wecken

Eine Kursteilnehmerin hat sich dem Lebensrückblick einer Seniorin gewidmet. Gezielte Fragen haben sie auf besonders prägende Bezugspersonen und Ereignisse in ihrem Leben zurückblicken lassen. Diese Form der strukturierten Lebensrückschau ist sehr intensiv, da dabei wichtige Bezugspersonen und lebensprägende Ereignisse gewürdigt werden.

Alle Lebensstationen sind in einem beeindruckenden Lebenspanorama-Bild visualisiert worden. Eine kleinere Version als Leporello erhielt die Seniorin als Erinnerungsanker.

Mit Stoffen Senioren und ihre Erinnerungen zu aktivieren

Eine andere Kursteilnehmerin hatte das Thema „Stoffträume“ gewählt. Mit Nähzubehör und bunten Stoffproben aus Samt, Seide, Wolle und Tweet, weckte sie die Erinnerung an vergangene Zeiten. Gemeinsam mit den Senioren schaffte sie es, durch gezielte Bewegungsübungen das Schneidern von Kleidung erlebbar zu machen. „Das hat sich jetzt wirklich so angefühlt, als hätte ich mir grad ein hübsches Kleid genäht“, schwärmte eine 90-Jährige und war begeistert von den tollen Schnitten aus den Burda-Heften.

„Heben und Bewahren von Lebensschätzen“ im Hinblick auf Demenzerkrankung

Zwei der Kursteilnehmer hatten die Idee einer „Erinnerungsvorsorgeversicherung“. Hier stand das „ Heben und Bewahren der Lebensschätze“ im Hinblick auf eine mögliche Demenzerkrankung im Mittelpunkt. Ziel dabei war es, die Früchte des Lebens zu ernten und zu bewahren. Am Ende der Gruppenarbeit hielt jeder ein großes, leeres Einwegglas in den Händen, das zum „Einmachen der Erinnerungen“ und Verwahren der Lebensschätze anregen sollte.

Die Fortbildung verbindet Theorie und Praxis

Die Fortbildung war eine Kooperation der Abteilung Erwachsenenseelsorge im Erzbistum Köln, dem Katholisch-Sozialen Institut (KSI) und dem Verein „Lebensmutig, Gesellschaft für Biografiearbeit“. Angesprochen waren Haupt- und Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit, Seelsorge und Pflege. Die Kursteilnehmer haben gelernt, wertschätzend mit Lebensgeschichten umzugehen und biografische Arbeit mit Senioren zu planen und zu leiten.